Ab sofort steht in Wert14 und im EnergyCheck ein zusätzlicher Kartenlayer bereit: die Hinweiskarte Starkregengefahren des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG). Der Layer lässt sich direkt im Tool einblenden und zeigt objektspezifisch, ob ein Gebäude an einem potenziellen Fließweg liegt oder in einem Bereich, in dem sich bei Starkregen Oberflächenwasser sammeln kann. So wird aus einer abstrakten Gefahr eine konkrete, nachvollziehbare Information, egal ob während einer Gebäudewertermittlung oder einer energetischen Bewertung.
Warum Starkregen fast jedes Grundstück betrifft
„Der nächste Fluss ist doch weit weg.“ Dieses Argument nennen viele Kundinnen und Kunden, wenn es um Elementarschutz geht. Starkregen kennt jedoch keine Flussnähe. Fallen in kurzer Zeit außergewöhnlich große Regenmengen, kann das Wasser oft nicht vollständig versickern oder von der Kanalisation aufgenommen werden. Es sammelt sich und fließt entlang des Gefälles in tieferliegende Bereiche: auch mitten in Wohngebieten oder direkt am Gebäude.
Gleichzeitig gilt: 41 % aller Gebäude in Deutschland sind nicht ausreichend gegen Elementarschäden versichert. Die Lücke zwischen Gefahr und Absicherung bleibt damit ein zentrales Beratungsthema.
Was die Starkregenkarte in Wert14 und im EnergyCheck zeigt
Die Hinweiskarte Starkregengefahren ist ein bundesweites Projekt des BKG, das gemeinsam mit den Ländern erstellt wird. Sie stellt Simulationsergebnisse für zwei Szenarien dar: ein außergewöhnliches Starkregenereignis (statistisch alle 100 Jahre) und ein extremes Ereignis (100 mm Niederschlag in einer Stunde). Berechnet wird jeweils, wie sich das Wasser auf der Geländeoberfläche verhält.
Der Layer macht drei Informationen sichtbar:
- Wassertiefe: Wie hoch das Wasser an einem Punkt maximal steht. Dargestellt werden Tiefen ab 10 cm.
- Fließrichtung: Wohin das Oberflächenwasser abfließt.
- Fließgeschwindigkeit: Wie schnell sich das Wasser bewegt.
Die Berechnung basiert auf amtlichen Grundlagendaten: einem hochaufgelösten digitalen Geländemodell (DGM1), den Gebäude- und Katasterdaten (ATKIS/ALKIS) sowie den Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes (KOSTRA). Wert14 und der EnergyCheck arbeiten bereits auf Basis amtlicher Gebäudedaten von 59 Millionen Gebäuden in Deutschland. Mit dem neuen Layer wird das Risiko genau dort sichtbar, wo Sie ohnehin den Wert oder die Energieeffizienz eines Gebäudes bewerten, am selben Objekt.
Wichtig zur Einordnung: Die Starkregenkarte liefert eine erste, objektspezifische Einschätzung und dient der Sensibilisierung. Sie ersetzt keine metergenaue Gefahrenbewertung.
So nutzen Sie die Karte in der Beratung
Für die Beratungspraxis bedeutet der neue Layer einen klaren Gewinn: Statt allgemein über Klimarisiken zu sprechen, zeigen Sie am konkreten Gebäude, wo bei starkem Regen Wasser entlangfließt oder sich staut. Das macht ein oft unterschätztes Risiko greifbar und schafft eine solide, nachvollziehbare Grundlage für das Gespräch über geeignete Präventions- und Versicherungslösungen.
Sie verlagern das Gespräch damit von der Schadenregulierung zur Prävention und führen das Gespräch faktenbasiert. Ob in der Gebäudewertermittlung mit Wert14 oder in der energetischen Bewertung mit dem EnergyCheck: Der Layer lässt sich mit einem Klick ein- und ausblenden und fügt sich in Ihren bestehenden Arbeitsablauf ein.
Verfügbarkeit: In welchen Bundesländern ist die Starkregenkarte nutzbar?
Die Starkregenkarte ist aktuell in zwölf Bundesländern verfügbar: Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein und Thüringen.
Noch nicht verfügbar ist sie in vier Bundesländern: Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Saarland, da die zugrunde liegenden Daten des BKG dort derzeit noch nicht bereitstehen. Es wird allerdings an einer Bereitstellung bis Ende 2026 gearbeitet. Für Österreich steht die Karte ebenfalls nicht zur Verfügung, da das BKG ausschließlich das Bundesgebiet der Bundesrepublik Deutschland abdeckt.
Jetzt Wert14 und EnergyCheck nutzen
Sie arbeiten noch nicht mit Wert14 oder dem EnergyCheck? Dann ist jetzt ein guter Zeitpunkt für den Einstieg. Registrieren Sie sich und entdecken Sie die neue Starkregenkarte sowie alle weiteren Funktionen der digitalen Gebäudewertermittlung und energetischen Bewertung.
Sind Sie bereit, Starkregenrisiken am Gebäude sichtbar zu machen? Kontaktieren Sie uns für ein individuelles Angebot.
Häufige Fragen zur Starkregenkarte
Was ist die Starkregenkarte in Wert14 und im EnergyCheck?
Ein zusätzlicher Kartenlayer auf Basis der Hinweiskarte Starkregengefahren des BKG. Er zeigt objektspezifisch, wo Oberflächenwasser bei Starkregen entlangfließt oder sich sammelt.
Woher stammen die Daten? Von der bundesweiten Hinweiskarte Starkregengefahren des Bundesamts für Kartographie und Geodäsie (BKG), berechnet aus amtlichem Geländemodell, Kataster- und Gebäudedaten sowie Niederschlagsdaten des Deutschen Wetterdienstes.
Ist die Karte eine metergenaue Gefahrenanalyse? Nein. Sie liefert eine fundierte Ersteinschätzung und sensibilisiert für gefährdete Bereiche. Für eine detaillierte Planungsgrundlage sind kommunale Starkregengefahrenkarten heranzuziehen.
In welchen Bundesländern ist die Karte verfügbar? In zwölf Bundesländern. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen und Saarland steht sie noch nicht zur Verfügung; für Österreich gibt es sie nicht.
Quellen:
Bundesamt für Kartographie und Geodäsie (BKG) (2026): Hinweiskarte Starkregengefahren. Online unter: https://bkg.bund.de/starkregengefahren (abgerufen am 28.07.2026).
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GDV) (2026): Starkregen nach Gewittern: 41 Prozent der Wohngebäude ohne Elementarschutz. Medieninformation, zuletzt aktualisiert am 05.06.2026. Online unter: https://www.gdv.de/gdv/medien/medieninformationen/naturgefahren-schaeden-weiter-hoch-folgen-des-klimawandels-201070 (abgerufen am 11.06.2026).


